Bachtelspalt ob Wald
Wer von der Gemeinde Wald in Richtung Bachtel wandert, der trifft unterwegs auf den sagenumwobenen Bachtelspalt. Die Wände der rund fünfzig Meter langen Erdspalte bestehen aus Nagelfluh. Diese Mauern aus grobem Geröll und gerundeten Kieselsteinen, die durch kohlensauren Kalk zementiert wurden, ragen bis zu rund acht Metern in die Höhe. Im unteren Teil der Spalte bleibt es auch an warmen Tagen feucht und kühl. Gemäss den zahlreichen Berichten und Erzählungen soll der Bachtelspalt im August 1939 bei einem heftigen Gewitter entstanden sein. Auch munkeln viele, dass sich der Spalt langsam, wieder schliesse. Die Mutprobe wird somit jedes Jahr ein bisschen aufregender und bedrohlicher. Der tiefer gelegene Eingang des Bachtelspalts kann bequem durchschritten werden. Aber dann wird es immer enger; so schmal, dass das letzte Stück - wenn überhaupt - nur noch mit seitlich gedrehtem Körper bewältigt werden kann. Rücken und Bauch nehmen dabei engen Kontakt mit den Wänden auf. Auch für schlanke Wanderinnen und Wanderer gilt es jetzt, den Bauch einzuziehen und den engen Ausgang des Spalts behutsam zu überwinden. Ob schon jemand steckenblieb, ist nicht bekannt. Und von menschlichen Knochenfunden hat bisher - zum Glück! - noch niemand berichtet.
Wer nun also unten in der Spalte steht, dem scheint das heftige August-Gewitter, das den Bachtelspalt anscheinend entstehen liess, «ein schöner Mythos» oder eine plausible Erklärung zu sein.










