Ambiente:
Der Traum beginnt beim Bahnhof Fischenthal, auf 740 Meter über Meer. Das Tösstalerbähnli bringt uns zum Ausgangspunkt einer Märchentour, die ihresgleichen sucht. Kälte ist hier von Vorteil, Nebel kein Problem. Im Gegenteil: Immer wieder werden wir im Wald verschwinden und aus dem Wald auftauchen. Unwirkliche Stimmungen verzaubern uns schon zu Beginn, im ersten Aufstieg über den Langenberg zu den «Tannen» auf 959 Meter über Meer.
Sechs Stunden müssen wir für die ganze Tour einsetzen. Wir sind nirgends verloren, und können abkürzen, wo und wann wir wollen. Bald folgt der Blick zum nahen Talgrund, dann taucht auf der andern Seite die Strahlegg und dahinter das Schnebelhorn auf. Noch ein paar Meter, und wir stehen auf dem Hüttchopf, 1232 m. Wir halten inne, überraschend und überwältigend ist hier die Rundsicht. Der Hüttchopf steht nicht über den andern Hügeln, sondern mittendrin.
Bald ist es Mittagszeit. Nach einem kurzen Abstieg über eine kurze Waldtraverse auf gutem Wege, geht es zum Gasthaus Alp Scheidegg. Hier kehren wir ein oder verpflegen uns aus dem Rucksack. Bei schönem Wetter kann man die Aussicht auf den Zürichsee und die Glarner Alpen geniessen. Bei Schlechtwetter bietet sich die Gaststube zum Aufwärmen an.
Nach dem Essen geht’s bergab zur Wolfsgrueb, 972 m. Über die Schwämi führt die Route weiter auf die Höchhand, eine gute Stunde von der Wolfsgrueb her.
Von der Höchhand schweift der Blick hinüber zum Atzmännig und zum Tweralpspitz. Und natürlich zum Speer und zum Fronalpstock und zum Säntis. Dann folgt ein Gegenaufstieg bis zum Schwarzenberg. Tausend Höhenmeter haben wir bis dahin schon überwunden, immer rauf und runter von Güpfi zu Güpfi. Wie eine richtige Haute Route die ja schliesslich auch nicht von den Abstiegen lebt, sondern von der Vielfalt der Geländeformen und den immer wechselnden Aus- und Einblicken. So ist es auch hier. Und dabei rund zehn Kilometer zurückgelegt. Von jetzt an kommen keine Höhenmeter mehr dazu, denn von jetzt an gehts runter. Zuerst zum Farner und dann zur Zürcher Höhenklinik mit dem Postauto hinunter nach Wald zum Bahnhof. So endet die Tösstaler Haute Route dort, wo sie begann.
Wanderroute:
Langenberg, Tannen, Hüttchopf, Gasthaus Alp Scheidegg, Wolfsgrueb, Schwämi, Höchhand, Schwarzenberg, Farner, Zürcher Höhenklinik
Die Wanderung kann jederzeit verkürzt werden.
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